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Sparkler
Bands
entstehen meist aus den Trümmern von Vorläufern, sie
steigen auf wie der viel zitierte Phoenix aus dem Aschenbecher.
Und natürlich ist auch der Stapellauf von Fingerpoke von
vorgängigen Brüchen geprägt. Die erfolgreiche Schweizer
Folkpop-Band The Roundabouts hatten sich aufgelöst, die einzelnen
Mitglieder kümmerten sich um eigene Projekte oder zogen sich
aus dem Musikgeschäft in private Existenzen zurück.
Roli Strobel, der bei den Roundabouts Akkordeon und Gitarren bediente,
legte sich ein Achtspur-Aufnahmegerät zu und begann damit
an eigenen Song-Skizzen herumzubasteln. Spur um Spur wurde eingespielt,
bearbeitet, verfremdet, wieder gelöscht und neu konstruiert,
wodurch sich allmählich das Album "The Comic Opera Of
Our Real Days" verfertigte. Die Platte wurde Ende 1997 unter
dem Namen "FINGERPOKE" veröffentlicht, und da man
so ein Werk natürlich mit Live-Auftritten bewerben muss,
entschloss sich Strobel kurzerhand dazu, eine Band zusammen zu
stellen. Die Roundabouts-Mitglieder Nadja Zela und Micha Lewinsky
übernahmen die Gitarrenarbeit, der Comiczeichner Chrigel
Farner setzte sich ans Schlagzeug und Strobel wechselte vom Akkordeon
zum Bass. In dieser Besetzung unternahm man im Winter 97/98 eine
Konzertreise durch die Schweiz, die man mit einem eintägigen
Studioaufenthalt beendete, um das komplette "Comic Opera"-Repertoire
in einer Band-Version aufzunehmen. So entstand die Vinyl-only-LP
"Live At The Studio. Damit wäre das Live-Projekt
Fingerpoke vorerst eigentlich abgeschlossen gewesen. Chrigel Farner
tauschte seine Drumsticks wieder gegen Zeichenstift und Pinsel
aus, derweil sich Nadja Zela exklusiv ihrer Band Rosebud widmete.
Doch die Herren Strobel und Lewinsky zogen kurzerhand den berühmten
Plan B aus dem Gitarrenkoffer, holten den Scuba Divers-Schlagzeuger
Ralph Nicotera an Bord und zogen sich als kompaktes Trio in den
Proberaum zurück, um gemeinsam an neuen Songs zu feilen.
Als Dreierteam wurden vereinzelte Konzerte gespielt, bevor der
Weg erneut ins Studio führte, wo in locker verteilten Sessions
der offizielle Zweitling "Sleeping In A Mailbox" entstand.
Als musikalische Gäste sind darauf erneut Chrigel Farner,
aber auch Bassist Jean Zuber (Scuba Divers, Buffalo Ballet), Silvia
Bionvicini (Knut & Silvy) und Philippe Amrein (Osmosis) vertreten.
Letzterer wurde im Frühling 2000 dann auch ins reguläre
Line-Up aufgenommen, man verschanzte sich in einem alten Bauernhaus
hoch über dem Sarnersee und arbeitete zwischen Kühen
und vorbeiziehenden Wanderern an den Live-Versionen der "Mailbox"-Stücke,
die dann in den folgenden Monaten bei diversen Konzerten in der
Schweiz dem Publikum aufs Ohr gedrückt wurden. Das Repertoire
veränderte sich dabei konstant, frische Songs entstanden
und alte verschwanden im Archiv, bekamen ein neues Arrangement
verpasst oder wurden in neues Material integriert.
Im Frühjahr 2001 reisten Fingerpoke gemeinsam mit dem befreundeten
LoFi-Trio Gabardine durch Deutschland und Österreich, um
die Bühnen zwischen Feldkirch, München und Hamburg zu
erklimmen und diverse Auftritte zu absolvieren. Den so gewonnenen
Schwung wollte die Band gleich ausnützen und begab sich deshalb
unmittelbar nach dem Ende dieser
inoffiziell mit "I like Chopin" betitelten Tournee nach
Basel ins Mo Studio von Hans Ulrich (Knut & Silvy), um die
neuen Songs, die sich live nach und nach konkretisiert hatten,
aufzunehmen. Nachdem die ersten Basic Tracks ziemlich zügig
eingespielt waren, nahm man sich für die Overdubs und das
Abmischen der Stücke über ein Jahr Zeit. Gastmusiker
wie David Studer (Trompete), Marco Studer (singende Elektrosäge)
oder Gabardine-Gitarrist Manfred Hirt steuerten ihre Zusatzspuren
bei, um das Klangbild auszudifferenzieren. Einige der Tracks,
die schliesslich das Album "Sparkler" bildeten ("Summertime",
"Old Pilots") entstanden parallel zu den Aufnahmen im
bandeigenen Proberaum-Studio.
Die erste Hälfte des Jahres 2002 über spielten Fingerpoke
im Zürcher Club "Helsinki" als Resident-Band unzählige
Konzerte. Zu diesem Zweck wurde das Original-Repertoire um diverse
Coverversionen ergänzt, die Mitte August auch als limitierte
CD "The Helsinki Files" (zu bestellen über die
Homepage) erschienen sind.
Mit "Sparkler" geht nun endlich auch das dritte reguläre
Studio-Album an den Start. Die darauf versammelten Stücke
reichen von rohem Raketen-Blues ("Old Pilots") über
Quetschkommoden-RocknRoll ("Welcome Dude"),
schüttelige Gitarrengebilde ("First Season Rhoda")
und flatternde Dunkelheit ("Snowwhite") bis hin zu schwebenden
kleinen Erzählungen ("Summertime", "Home From
Work"). "Garrisburg" (basierend auf dem Stallone-Film
"Copland") rotiert irgendwo zwischen Calexico und Herb
Alpert, derweil "Down At Finkelsteins" tiefe Gräben
aushebt, die dann mit den Calypso-Klängen von "Blue
Diamonds" wieder zugeschüttet werden. Zitate und Verweise
finden sich viele manche sind vorsätzlich, andere
sind notwendig, einige zweifellos zufällig. Diesbezügliche
Unklarheiten werden natürlich live und vor Ort geklärt,
wenn Fingerpoke mit ihrer grossen "Sparkler"-Tour durch
Deutschland, Österreich und die Schweiz rollen. Versprochen!Fingerpoke
Lineup
Roli Strobel (Gesang, Bass)
Micha Lewinsky (Gitarre, Dobro, Lapsteel)
Ralph Nicotera (Schlagzeug, Perkussion)
Philippe Amrein (Gesang, Gitarre)
Gäste
Manfred Hirt (Gitarre in "First Season Rhoda")
David Studer (Trompete in "Garrisburg)
Patrick Studer (Singende Säge in "Down At Finkelsteins)
Jeannot Steck (Hammond in "Were Getting Ready")
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