Sugarbox

"Sich etwas vorstellen ist immer besser, als sich an etwas erinnern", singen THE SALTBEE auf ihrem 3. Album SUGARBOX. Die dazu erklingenden indischen Instrumente rufen unmissverständlich die psychedelischen Mittsechziger Jahre in Erinnerung. Ein Widerspruch? Schon möglich, aber schliesslich stehen SALTBEE Songs generell für das süsse und das bittere. Auch den Beatles Bezug stellen Matthias Erb und Stephan Grieder mit zwei weiteren Neufassungen von Lennon-McCarntey Kompositionen gleich selber wieder her. "Goodbye" schlägt ein etwas schnelleres Tempo an als Mary Hopkin’s Single aus dem Jahr ’69 und "Step Inside Love", ein Song, der ursprünglich für Cilla Black massgeschneidert wurde, wird mit einem üppigen Vogelstimmenintro und einem übermächtigen Kirchenorgelausklang ironisiert. "Von den Sixties stammt unser Hang zum freundlichen Klang, jene Epoche dient uns als Bedienungsanleitung, was nachher rauskommt, ist unser ureigener Wohnzimmersound" meinen die beiden Basler. Die Bezüge zur Rheinstadt sind gleich mehrfach gegeben: man hört die Münsterorgel, "Selene" ist eine Hommage an den verstorbenen Basler Songwriter Dominique Alioth, und der "Silent Night"-Remix stammt vom Knut & Silvy Schlagzeuger Hans Ulrich. 14 der insgesamt 17 Songs sind Eigenkompositionen, das weihnachtliche "Silent Night" dient als Klammer; der Eröffnungssong erscheint am Schluss des Albums nochmals in anderer Form. Zugegeben: THE SALTBEE sind ausgewiesene Beatlesfans, aber der versteckte 17. Track ist ein Dylan Cover. Und auch dies funktioniert.

Saltbee Lineup
Matthias Erb: Vocals, Guitars, Percussion, Tape-Loops
Stephan Rieder: Vocals, Bass, Drums, Guitars, Harmonium, Mouthorgan, Percussion, Organ, Piano, Synths, Vibes, Wurlitzer

ALBUMS: | Wax | Sugarbox |